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Stationen auf dem Baumkronenpfad

Einer der vielfältigsten Lebensräume der Erde, das Ökosystem Baumkronen, kann man im UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Hainich auf dem Baumkronenpfad, ca. 10 Kilometer westlich von Bad Langensalza erkunden. Hier erfährt der Besucher nicht nur viel Wissens- und Staunenswertes über die Natur in der Hainichregion, er erlebt außerdem einzigartige Naturphänomene im „Urwald mitten in Deutschland“ und genießt einen herrlichen Panoramablick. Für Kinder und Junggebliebene bieten Kletterpartien durch Hängebrücken und verschiedene Netzelemente Spaß und Nervenkitzel.

Vom unteren Kronenbereich führt der Pfad auf zwei großen thematisch ausgerichteten Schleifen bis zu den Wipfeln der Bäume - und eröffnet auf 534 m Länge Einblicke in das Leben der Baumkronen. Auf 44 m Höhe gibt eine offene Plattform den Blick auf den gesamten Hainich und das Thüringer Becken frei. Auf dem gesamten Pfad präsentieren Schautafeln Informationen und Rätsel über die Tier- und Pflanzenwelt. Nationalparkranger geben jederzeit fachkundige Auskunft, auch auf Fragen der kleinen Besucher.

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Fledermaus
Im Totholz naturnaher Wälder finden Fledermäuse Unterschlupf. Hohle Bäume bieten ihnen Quartier. Solche „Fledermausbäume" sind auch direkt am Pfad zu entdecken. Die Bechstein-Fledermaus begegnet dem Besucher auf der ersten Plattform – man muss nicht nachts unterwegs sein, um mehr von ihr zu erfahren.

Turm
Auf der 44 Meter hohen Plattform des Baumturms kann man einen beeindruckenden Ausblick genießen. Im Inneren des Turms befinden sich Ausstellungen zur Geologie und den Bewohnern der Baumkronen. Im Baumhaus zeigen detailgetreue Landschaftsmodelle die Waldgeschichte des Hainich.

Der Forscher-Wald
Die für uns sonst schwer erreichbaren Baumwipfel stecken voller Leben. Die Artenvielfalt übertrifft alle anderen Lebensräume und bildet eine ganz eigene Lebenswelt. Auch zeigt sich, wie sensibel Tiere und Pflanzen hier auf Klimaänderungen reagieren. Die Baumkronen sind somit wichtiges Archiv und Frühwarnsystem in Sachen Klima. Auf der achten Plattform werden Kletter-, Forschungs- und Untersuchungsmethoden der Baumkronenforschung vorgestellt.

Weltnaturerbe
Würde der Natur freier Lauf gelassen, wäre die Buche – Urbaum des deutschen Urwalds – die dominierende Baumart in Mitteleuropa. Fast 100 % Deutschlands wären bewaldet. Heute sind es noch etwa 30 %, und nur auf 0,2 % der Fläche wachsen alte, urwüchsige Buchen. Seit Juni 2011 stehen „Alte Buchenwälder Deutschlands“ auf der Liste des UNESCOWelterbes. Als Erweiterung der seit 2007 bestehenden Welterbestätte „Buchenurwälder der Karpaten“ sind jeweils die wertvollsten Buchenwälder aus fünf deutschen Schutzgebieten ausgezeichnet – darunter der Nationalpark Hainich.

Der wilde Wald
Im Nationalpark Hainich soll sich der „Urwald mitten in Deutschland“ ungestört entwickeln können. Entsprechend dem Motto der deutschen Nationalparke, „Natur Natur sein lassen“, sind aktuell bereits 91 % der Gesamtfläche des Nationalparks ungenutzt. Wildnis spielt weltweit eine wichtige Rolle – auch, da Wildnis für ein stabileres Klima notwendig ist, wie zum Beispiel die polaren Gebiete oder eben Urwälder. Plattform Nummer sieben lädt auf zwei Etagen zu neuen und höchst eindrucksvollen Blicken in den Urwald ein. Ein Deutschland-Relief zeigt sehr anschaulich die Lage der Großschutzgebiete.

Der vergessene Wald
Der Baumartenreichtum unterscheidet den Nationalpark Hainich deutlich von anderen Wäldern. Zehn und mehr Arten auf einer Fläche sind keine Seltenheit. Die dominierende Baumart ist die Rotbuche. Auf dieser Plattform sowie entlang des Pfades werden die am Pfad zu sehenden Baumarten vorgestellt.

Photosynthese
Photosynthese bezeichnet jenen einzigartigen Vorgang in den Pflanzen, der aus Kohlendioxid und Wasser mit Hilfe des Sonnenlichts Zucker aufbaut. Zusammen mit dem außerdem entstehenden „Abfallprodukt“ Sauerstoff bildet er die Grundlage des Lebens auf der Erde. „Macht Sonne satt?“ – wird der Besucher am Abzweig zum zweiten Pfadabschnitt gefragt.

Schillerfalter
Der Schillerfalter ist eines von vielen spezialisierten Tieren, die auf bestimmte Kombinationen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit angewiesen sind. Ab der vierten Ruhezone führt der Pfad in den Bereich der Baumspitzen, wo der Wechsel von Licht und Schatten diesen Tieren ideale Lebensbedingungen bietet.

Wildkatze
Auch die scheue Wildkatze lebt in den Wäldern des Hainich. Bunt gemischt stehen hier Bäume unterschiedlichen Alters und verschiedener Größen, liegt Totholz auf dem Waldboden, wachsen an Lichtungen dichte Hecken und Gebüsche. Der Pfad um die dritte Plattform beschreibt den strukturreichen Urwald der Wildkatzen.

Specht
Mittelspechte leben in alten Bäumen. Sie ernähren sich von den Insekten, die vor allem alte Bäume und deren rissige Borke, Höhlen und Astgabeln bewohnen. Rund um die zweite Plattform kann man nach Spechthöhlen Ausschau halten oder mit etwas Glück eine der sieben im Hainich vorkommenden Spechtarten beobachten.